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Schwanger!

Hier mal wieder ein kleines Update:
Ich bin in der 5. Woche schwanger.
Ich muss zugeben, ich war am Anfang einigermaßen geschockt, aber dann habe ich mich fast ein bisschen gefreut.
Die Tatsache, dass ich mit dem Vater des Kindes nicht fest zusammen bin, sah ich nicht als Problem an. Und tue es um ehrlich gesagt immer noch nicht. Ein Problem weniger.
Als ich es ihm verkündete, war er erstmal geschockt. Er hatte sich das Ganze etwas anders vorgestellt. Verständlich.
Aber als ich ihm sagte, dass es auch okay sei, wenn er nichts von dem Kind wissen wolle, war er tödlich beleidigt. Das finde er ziemlich verletzend.
3 Tage später schickte er mir eine Sprachnachricht, seine Tante wolle sich gerne mit mir unterhalten - wenn das okay für mich sei. Da konnte ich mir schon so ungefähr vorstellen, wie das Gespräch verlaufen würde, aber ich hoffte einfach darauf, dass das nur wieder meine latente Paranoia sei. Ich bin ziemlich gut darin mir Horrorszenarien auszumalen. Ich sagte also Okay, könnten wir schon machen.
Wir verabredeten uns in B. um dann zusammen zum Chinesen zu gehen.
Bis wir unsere ersten Portionen hatten lief alles sehr harmonisch.
Danach genauso, wie ich es vorhergesehen hatte. 2 Stunden lang versuchte sie mich dazu zubringen, abzutreiben.
Mir sei klar, dass das Kind schwarz werden würde, sie hätte es als weisse mit einem schwarzem und 2 weissen Kindern immer so schwer gehabt, aber sie hätte ihrer Schwester versprochen sich um ihn zu kümmern. Ob ihre Schwester wusste, dass sie an latentem Rassismus leidet?
Und was er nicht alles angestellt hätte in seiner Jugend. Am Ende hätte sie ihn doch in ein Heim getan, das sei für alle das beste gewesen und hätte ich die riesigen Narben an seinen Unterarmen gesehen? Auf die Details werde ich an dieser Stelle nicht eingehen.
Das alles erzählt sie einer Frau, die sie vor knapp 2 Stunden kennengelernt hat, in dem Glauben mich so zur Abtreibung zu bringen, dabei bewirkt sie nur dass ich irgendwann einfach aufhöre ihr zuzuhören.
Aber als sie den Vogel abschießt, höre ich dann doch wieder zu: Du brauchst gar nicht auf Unterhalt spekulieren.
Ich glaube, ich hatte bis zu diesem Moment nicht mal im Traum an das Wort Unterhalt gedacht. Und das meine ich Ernst. Ich sah sie fassungslos an und überlegte, ob ich ihr jetzt ins Gesicht springen solle, oder lieber erst, wenn nicht so viel Glas in der Mitte steht. Schließlich bringen nur Scherben von Porzellan Glück.
Also lächelte ich weiter und versicherte ihr, dass das nie meine Absicht gewesen sei.

Am nächsten Tag stritt ich mich fürchterlich mit ihm. Ich sagte ihm, dass er schon keine Angst haben müsse, dass ich ihn auf Unterhalt verklagen würde. Und er gleich so: es geht um deine Ausbildung und deine Zukunft. Du willst einfach nur deinen Kopf durchsetzen und damit basta.
Und darauf ich: Aber du nicht oder wie? Meine Mutter hat alleine 2 Töchter groß gezogen und dabei das Abitur nachgemacht.
Tja, das war gestern, seitdem herrscht eisiges Schweigen.
Aber ich werde dieses Kind bekommen, da kann er sich auf den Kopf stellen, er muss sich ja nicht darum kümmern.
Meine Mutter hat mir erklärt, dass ich lieber Abstand halten solle. Es seien junge Frauen schon umgebracht wurden, weil sie sich geweigert haben, abzutreiben.
Vorhin habe ich geträumt, wie jemand mit Gewalt eine Abtreibung an mir durchführt. Seitdem ist in der ganzen Wohnung das Licht an.
11.8.17 21:00
 
Letzte Einträge: Der Empfang, In einer Frühlingsnacht, Aufzug, Fremdes Leben, Beziehungspause II


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