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Durchwachte Nächte

Nach 4 stündigem Windel wechseln, stillen und kuscheln schläft das Kind wieder. Ich nicht, denn ich hab in meiner grenzenlosen Weisheit um elf Uhr abends noch eine halbe Flasche Cola getrunken.
Am Nachmittag waren wir mit dem Kinderwagen in der Stadt und Madita ist ziemlich schnell eingeschlafen aber um Mitternacht war die Windel voll und das Kind hellwach.
Normalerweise kann ich mich nicht beschweren, sie schläft seit der dritten Woche durch, so dass ich fast immer meine Nachtruhe habe. Am Samstag war es nicht so, weil der Monitor ununterbrochen Fehlalarm gegeben hat - wenn es nach dem gegangen wäre, wäre Madita schon 100 mal gestorben, was dem Ganzen irgendwie so ein bisschen die Ernsthaftigkeit nimmt. Wenn das Ding piepst muss ich mich fast schon zwingen hinzuschauen, was natürlich nicht Sinn der Sache ist, aber bei regelmäßigem Fehlalarm gähnt man irgendwann einfach nur noch genervt, schaut das Kind an, das zufrieden seinen Schnuller festhält, und schaltet den Alarm ab.
Am Samstag war ihr Vater da und das Ding hat ab Mitternacht durchgepiepst. Normalerweise ist es die Sättigung, die nicht richtig messen kann, weil Madita -Überraschung! - ihre Füße bewegt. Diesmal hatte das Kind aber laut Monitor eine Herzfrate von 400. (Würde sie das überhaupt überleben?)Hinterher haben wir festgestellt dass ich einfach die Elektroden falsch geklebt hatte. Tja Pech gehabt. Jetzt hat sie drei schwarze Kreise auf dem Bauch - lieber ein angemaltes Kind, als ein unausgeschlafenes.
Naja hat ihr Vater eben feststellen dürfen, dass Eltern sein nicht nur immer süß und entspannt ist, aber er ist ja Gott sei dank ein entspannter Typ.
Später hat sie dann wieder 6 Stunden durchgeschlafen.

Ich hab übrigens festgestellt dass ich sie doch mittlerweile lieb habe.

Was haltet ihr eigentlich davon, sein Kind bei sich im Bett schlafen zu lassen? Meine Tochter hat vom ersten Tag an bei mir im Bett geschlafen und meine Mutter hat das bei uns als wir klein waren genauso gehandhabt aber die Großmutter väterlicherseits hat mir erst mal einen Vortrag gehalten dass das überhaupt nicht ginge.
Hätte mich einfach mal interessiert.
7.5.18 04:58


Madita - Ein Monat

Jetzt ist sie also schon einen Monat alt.
Einerseits ist das ziemlich kurz, aber gleichzeitig kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, dass ich mal keine Mutter war. Ein bisschen wie bei „Momo“ als sie sie fragen wann sie denn geboren wurde: „Also so weit ich weiß, war ich schon immer hier!“
Ich mag sie und alles, aber gleichzeitig finde ich sie total befremdlich, ich hab irgendwie nicht wirklich das Gefühl ihre Mutter zu sein, obwohl sie mir gleichzeitig so nahe scheint. Das macht mir irgendwie Schuldgefühle, schließlich ist sie mein Kind. Gestern hat der Monitor an dem sie hängt, eine Stunde durchgehend gepiepst, es hat mich wahnsinnig gemacht und je nervöser ich wurde, desto mehr hat auch Madita gezappelt. Dadurch hat die Sättigung nicht mehr richtig gemessen, und der Monitor wurde immer hysterischer, bis Madita nur noch geplärrt hat. Ich hab sie am Fuß gepackt, um die Sättigung wieder zu richten was natürlich eher suboptimal war, denn das Kind hat sich natürlich nur noch mehr aufgeregt und der Monitor wurde noch lauter.
In solchen Momenten kommt sie mir immer vor wie ein Alien und ich kann sie überhaupt nicht mehr lieb haben, was natürlich absolut schrecklich ist, weil man aus jeder noch so billigen pempers Werbung weiß, dass jede Mutter mindestens selig vor Glück zu sein hat.
Ich bin auch wirklich froh, sie bekommen zu haben, aber seit sie nach der Geburt auf der Intensivstation lag, fühle ich einfach nicht mehr dieses Muttersein. Stattdessen träume ich nachts von Kindern die am plötzlichen Kindstod sterben und stelle mir tagsüber manchmal vor, wie sie wirklich gestorben wäre. Dann habe ich immer das Bedürfnis zu heulen. Ich hoffe, dass das besser wird wenn der Monitor endlich weg ist.
29.4.18 13:09


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